Farbdoppleruntersuchung

Das Doppler-Phänomen ist uns aus der Physik bekannt und begegnet einem täglich. Wenn man sich auf eine Schallquelle, z.B. ein Martinshorn, zubewegt, wird der Ton lauter, da mehr Schallwellen pro Zeit empfangen werden als wenn man sich wegbewegt. Dann wird der Ton leiser.
Dieses Phänomen kann man auch mit Ultraschallwellen erzeugen und damit den Blutfluss in Gefässen akustisch und optisch darstellen. Die Blutflusskurve spiegelt somit die Durchblutung eines Gebietes wider.
Der Dopplereffekt spielt in der Schwangerschaft eine grosse Rolle. Viele Komplikationen gehen mit Problemen bei der Versorgung des Kindes einher, also betreffen den Nährstoff- und Gasaustausch des Feten.
Die mütterlichen Gebärmutterarterien, die den Mutterkuchen (Plazenta) mit Blut versorgen können mittels Doppleruntersuchung auf ihre Leistung hin überprüft werden. Eine Minderversorgung der Plazenta, und damit auch des Kindes, findet man häufig beim Schwangerschaftshochdruck (SIH), Schwangerschaftsdiabetes, bei der Präecklampsie (sog. Schwangerschaftsvergiftung), Wachstumsverlangsamung (IUGR), Mehrlingen und anderen Risikokonstellationen.
Erste Hinweise auf das Vorliegen einer solchen Problematik können teilweise schon Wochen vorher mittels Dopplermethode gefunden werden.
Aber auch akute Versorgungsprobleme des Kindes werden erkannt, in dem Nabelschnurgefäße und, wenn notwendig, auch bestimmte Hirngefäße des Kindes untersucht werden. Neben dem CTG (Wehenschreiber) geben Dopplerwerte wichtige Informationen darüber, ob bei bevorstehenden Versorgungsproblemen das Kind vorzeitig geholt werden muss.
Eine erste Messung der Dopplerwerte ist ab der 25. SSW sinnvoll. Bei Auffälligkeiten werden weitere Kontrollen in bestimmten Abständen durchgeführt. Wenn normale Blutflusswerte gefunden werden, ist die Entwicklung eines Versorgungsproblemes im Laufe der Schwangerschaft unwahrscheinlich.